Multimodale Schmerztherapie

Dem Schmerz aktiv begegnen

Klinik für multimodale Schmerztherapie

Die Klinik ist eine spezialisierte Anlaufstelle für Patienten mit chronischen Schmerzen und wurde allein für diese speziell eingerichtet. An chronischen Schmerzen leiden mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland. Dieses eigene Krankheitsbild bedeutet für die Betroffenen oft erhebliche Beeinträchtigungen im Alltag mit schweren Folgen für die Zukunft. 

Die Behandlung chronischer Schmerzen ist interdisziplinär: Unser Team besteht aus Ärzten, spezialisiertem Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Psychotherapeuten. 

Die Chronifizierung des Schmerzes zu stoppen, ist unser Ziel. Die Patienten sollen lernen, wie sie besser mit ihren Schmerzen umgehen können und darüber hinaus ihre Belastbarkeit erhöhen. Dabei legen wir großen Wert auf eine individuelle Therapie und einen ganzheitlichen Ansatz.

Während des stationären Aufenthaltes kommen medizinische, psycho-, physio- und ergotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz. Neben der Einnahme von Medikamenten können edukative Elemente, Entspannungsverfahren, psychotherapeutische Gespräche, kreative Therapieansätze (z. B Kunst und Musiktherapie), Krankengymnastik und gezielte körperliche Aktivität die Schmerztherapie wirkungsvoll ergänzen.
 
Die Einweisung der Patienten erfolgt durch den Haus- oder Facharzt. Nach einem telefonischen Informationsgespräch mit Terminabstimmung durchlaufen sie zuerst ein sogenanntes Aufnahmeassessment. Hier können sie die Klinik und die Therapeuten kennenlernen und besprechen, ob diese Therapie für sie persönlich sinnvoll erscheint. Ist dies der Fall, erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt die stationäre Aufnahme. Daraufhin erhält jeder Patient einen individuellen Therapieplan mit verschiedenen Therapieformen.

Unsere Behandlungsgebiete

  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsschmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Phantomschmerzen
  • CRPS (M. Sudeck)
  • Bauchschmerzen
  • Brustschmerzen

Unsere Schwerpunkte

Die medizinische Einordnung von Schmerzen ist neben der Koordination verschiedener Therapieverfahren Aufgabe der ärztlichen Schmerztherapeuten. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Vorbefunde machen diese sich zunächst ein möglichst umfassendes Bild vom Gesundheitszustand des Patienten. Dabei werden ein ausführliches Anamnesegespräch und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Bei Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen. Darüber hinaus sind Kenntnisse über Begleiterkrankungen relevant, da diese sowohl die Schmerzen als auch die Therapie beeinflussen können.

Die selbstständige Bewältigung des Alltags im persönlichen Lebensumfeld ist das Ziel ergotherapeutischer Interventionen. 

In der Einzeltherapie erfolgen individuell abgestimmte Maßnahmen zur Schmerzreduktion, Sensibilitätstraining, Spiegeltherapie, Haltungsschulung, Köpereigenwahrnehmung, Entspannung, ggf. Hilfsmittelberatung und Mobilisation unter Alltagsbezug.

Eine Verbesserung des Schmerzmanagements und eine Strategieentwicklung zur Erleichterung von täglichen Aktivitäten sind Kernbereiche des Alltagstrainings. Weitere Inhalte dieses speziellen Angebotes: Haltungsschulung, Rückenschule, gelenkschonendes Verhalten, Belastungsgrenzen, Pausengestaltung, schmerzangepasste Freizeitgestaltung, Hilfsmittelberatung und Körpereigenwahrnehmung.

Im Genusstraining steht die Wahrnehmung über alle fünf Sinne im Mittelpunkt. Durch bewusstes Empfinden und aktives Genießen kann Entspannung und Stressreduktion erreicht und ein Gegengewicht zu Krankheit und weiteren belastenden Faktoren geschaffen werden.

In der Kreativtherapie wird vorwiegend handwerklich/gestalterisch gearbeitet. Ihre Ziele sind insbesondere Ablenkung und Entspannung.

Bei der Wahl der medikamentösen Schmerztherapie müssen die Schmerzform, Begleiterkrankungen und die weitere Medikation berücksichtig werden. Eine wirksame, gut verträgliche Medikation kann so ermittelt werden. 

In der medikamentösen Therapie chronischer Schmerzen kommen neben den eigentlichen Schmerzmitteln (sog. Analgetika) auch Begleitmedikamente (sog. Co-Analgetika) zum Einsatz, die die Behandlung der Schmerzerkrankung unterstützen.
 
Zum Teil ist es möglich, im Rahmen eines umfassenden Therapiekonzeptes die Menge an Schmerzmitteln zu reduzieren oder ganz auf sie zu verzichten.

Die pflegerischen Schmerzexperten sind wichtige Ansprechpartner für die Patienten. Durch den stetigen Kontakt werden sie oft zu Vertrauenspersonen. Das erste Kennenlernen erfolgt bei der Aufnahme und der Erläuterung der stationären Abläufe.

In der morgendlichen Pflegesprechstunde wird mit viel Einfühlungsvermögen auf die Schmerzsituation des Patienten eingegangen. Als pflegerischer Schmerzexperte nimmt die Pain Nurse an der Entwicklung individueller Therapieziele teil – und überprüft, ob diese erreicht wurden. Ein aktueller Wissenstand zu schmerzmittelbedingten Nebenwirkungen und schmerzvermeidenden Verhaltensweisen ist in diesem Aufgabenbereich zudem notwendig. Darüber hinaus ist die Pain Nurse für die Dokumentation von Auffälligkeiten und die Terminvergabe von Einzeltherapien zuständig. Im Vordergrund steht – stets unter Berücksichtigung des individuellen Bedarfs – die Beratung und Schulung der Patienten. Zudem führt sie Maßnahmen wie Aromapflege und Nordic Walking durch.

Einzeltherapien finden befund- und zielorientiert statt. Schmerzhafte Strukturen werden dabei mit speziellen Bewegungsübungen und manualtherapeutischen Verfahren behandelt. Ziel ist der Abbau bzw. die Reduktion von Fehl- und Schonhaltungen mithilfe passiver und aktiver Übungen. Hierdurch wird die Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt.

In Gruppen wie Bewegungsbad, med. Trainingstherapie und anderen Bewegungsgruppen werden zur Wiedereingliederung ins soziale Umfeld (z. B. Familie, Beruf, Freizeit) komplexe alltagsbezogene Bewegungsabläufe trainiert. Dabei geht es um Körperwahrnehmung, Bewegungserlernen, Belastungsdosierung, Dehnungen, Aktivierung, Kräftigung, Entspannung und viel Spaß.

Psychologische Einzelgespräche
Bei dieser Sitzung können psychische Belastungen, die im Zusammenhang mit den chronischen Schmerzen stehen, thematisiert werden. Das Ziel besteht darin, gemeinsam Strategien zur Reduktion der Belastung sowie Steigerung des Wohlbefindens zu erarbeiten. Die Einzelgespräche sind auf das Befinden und die Lebensgeschichte des Patienten ausgerichtet.

Psychologische Gruppengespräche
Zusammenhänge zwischen psychischen und physischen Prozessen werden – in allgemeiner Form – gemeinsam betrachtet und Strategien zur Beeinflussung der Schmerzen erarbeitet. Dabei können individuelle Erfahrungen in der Gruppe ausgetauscht werden.

Progressive Muskelrelaxation
Die Progressive Muskelrelaxation (kurz: PMR) nach Jacobsen ist ein aktives Entspannungsverfahren. Durch das kurzzeitige aktive Anspannen der großen Muskelgruppen und dem anschließenden Entspannen der Muskulatur kann ein entspannter Zustand im Körper erreicht werden. Bei regelmäßiger Anwendung ist eine erhebliche Reduktion des Schmerzerlebens möglich. Daher wird dies intensiv während der Schmerztherapie trainiert.

Unsere Kooperationspartner

Wirbelsäulenzentrum

Unser Team
Osswald
Leiter der Klinik für multimodale Schmerztherapie
Prof. Dr. med. Peter Michael Osswald

Facharzt für Anästhesiologie

Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin

E-Mail schreiben
Linke
Leitender Oberarzt
Dr. med. Hans-Günter Linke

Facharzt für Innere Medizin, Schwerpunkt Rheumatologie

Spezielle Schmerztherapie

E-Mail schreiben
Diederichs
Fachärztin
Birte Diederichs

Fachärztin für Innere Medizin

E-Mail schreiben
Lange
Facharzt
Sascha Lange

Facharzt für Anästhesiologie

E-Mail schreiben
Mielck
Psychologin
Tanja Mielck
E-Mail schreiben
Neubauer
Psychologin
Jennifer Neubauer
E-Mail schreiben
Kardel
Pysiotherapeutin
Inge Kardel
Thedens
Physiotherapeutin
Susanne Thedens
Lahann
Ergotherapeutin
Daniela Lahann
Jordan
Musiktherapeutin
Uta Jordan
Werner
Pain Nurse
Benita Werner
Graetge
Pain Nurse
Sven Graetge