06.09.2012

Neurozentrum des Westküstenklinikums Heide "wächst zusammen"

Heide - Schlaganfall - eine Diagnose, die noch vor wenigen Jahrzehnten zumeist mit andauernden Lähmungserscheinungen, zuweilen sogar mit dem Tod verbunden war - ist heute gut heilbar, wenn der Patient innerhalb eines Zeitkorridors ins Krankenhaus kommt. Voraussetzungen: Das Krankenhaus verfügt über die entsprechende Spezialstation und Ärzte, die Erfahrung bei der Behandlung haben. "Mit dem Neurozentrum ist das Westküstenklinikum Heide noch einen Schritt weiter gegangen. Durch die Zusammenarbeit von drei Kliniken, die jetzt auch räumlich nah bei einander liegen, kann der Schlaganfall in allen Schweregraden entsprechend behandelt werden", erläutert Harald Stender, Geschäftsführer der Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide.

Zur Behandlung des Schlaganfalls sind im WKK drei Stufen der Behandlung vorgesehen, die in dieser Form abseits der Universitätskliniken in Schleswig-Holstein sonst nicht möglich sind. In den meisten Fällen wird in der Stroke Unit, das ist die Schlaganfall-Spezialeinheit der Klinik für Neurologie, eine so genannte Lyse durchgeführt. Durch den gezielten Einsatz von Medikamenten per Infusion wird der Verschluss der Hirn versorgenden Arterien aufgelöst. Wenn die "Verstopfung" jedoch zu hartnäckig ist, muss sie mit Hilfe eines in die Blutbahn eingeführten Katheters entfernt werden. Dieser Eingriff erfolgt im Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie / Neuroradiologie. Sollte der Schlaganfall jedoch auch so nicht zu behandeln sein und es zu einer Hirschwellung kommen, sind die Fachärzte der Klinik für Neurochirurgie am Zuge. Durch eine entlastende Operation können Sie die Schwellung lindern und eine Hirndruckmessung anlegen.

Der Schlaganfall ist jedoch nur ein Beispiel für die Zusammenarbeit in den neuromedizinischen Fächern am WKK. Mit drei vollwertigen Abteilungen und zudem der Klinik für Frührehabilitation verfügt das WKK über eine Vielfalt an diagnostischen und therapeutischen Optionen, die nahezu das gesamte Spektrum der Krankheiten im Bereich der Neuromedizin abdecken.

Dabei spielt das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie / Neuroradiologie nicht nur bei der bildgebenden Diagnostik - also konventionelles Röntgen, Computer-Tomographie (CT) und Magnetresonanz-Tomographie (MRT) - eine wichtige Rolle. "Wir können zum Beispiel mit modernen minimal-invasiven Verfahren unter Sichtkontrolle therapeutische Eingriffe am Patienten durchführen. Dazu gehören auch Tumortherapien und Gefäßinterventionen, also die Behandlung von verschlossenen oder verengten Gefäßen, oder auch Schmerztherapien", berichtet Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Reimer Andresen.

Die Schwerpunkte der Klinik für Neurologie liegen in der Behandlung von Schlaganfällen, Multipler Sklerose, Epilepsie und Morbus Parkinson. "Darüber hinaus befassen wir uns intensiv mit neurologisch begründeten Bewegungsstörungen wie zum Beispiel Dystonien und Kleinhirnerkrankungen (Ataxien). Wir wollen den Patienten hier an der Westküste verstärkt eine wohnortnahe Behandlung anbieten, um ihnen die lange Weg in die Universitätskliniken zu ersparen, erklärt Chefarzt Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah, der erst vor kurzem vom Universitätsklinikum Lübeck nach Heide gewechselt ist.

Im Gegensatz zu den meisten Krankenhäusern gibt es im Westküstenklinikum eine vollwertige Klinik für Neurochirurgie, die das gesamte Spektrum des Faches und eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung anbieten kann. Das schließt sowohl die konservative und operative Behandlung von Rückenleiden, als auch Operationen im Bereich des Gehirns mit ein. "Zu unseren Schwerpunkten zählen die Behandlung von Hirntumoren, die Schädelbasischirurgie und die Behandlung von Hirngefäßerkrankungen sowie die Therapie verschiedenartigster Wirbelsäulenerkrankungen", erläutert Chefarzt Dr. Urs Nissen.

Die arbeitstechnischen Voraussetzungen für das Neurozentrum sind durch den Umzug der Klinik für Neurologie in das 2. Obergeschoss des Hauses D noch einmal verbessert worden. Damit befindet sich die Abteilung auf der gleichen Ebene wie Neurochirurgie und auch die Radiologie lässt sich über den Aufzug problemlos erreichen. Optimiert wird die Zusammenarbeit im Neurozentrum durch die Anbindung einer Klinik für Frührehabilitation, die die Patienten nach der Akutphase weiterbehandeln und für das häusliche Umfeld wieder "fit" machen kann.

Die am WKK-Neurozentrum beteiligten Kliniken:
Klinik für Neurologie
Chefarzt: Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah
0481 / 785 - 1851
Klinik für Neurochirurgie
Chefarzt: Dr. Urs Nissen
Tel. 0481 / 785 - 1801
Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie /
Neuroradiologie
Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. med. habil. Reimer Andresen
Tel. 0481 / 785 - 2401

Die drei Chefärzte des WKK-Neurozentrums (v.li.): Dr. Urs Nissen, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Reimer Andresen, Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah. (Foto: WKK/Kienitz)

Die drei Chefärzte des WKK-Neurozentrums (v.li.): Dr. Urs Nissen, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Reimer Andresen, Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah. (Foto: WKK/Kienitz)

Die drei Chefärzte des WKK-Neurozentrums (v.li.): Dr. Urs Nissen, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Reimer Andresen, Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah. (Foto: WKK/Kienitz)